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Angst

Collage/ Grundlage H.J. Schädliche Roman" Mal hören was noch kommt", Alexander Kluge u.a. 2007
videopresse
\"Haarstraeubend intensiv! Die in den Sanatoriumsbetten sich ausbreitende Angst ist eine Variation schoenster Lebens und Todesaengste in schluessiger poetischer Form .Ein hervorragendes Gastspiel!\"\r\n\r\nMuenchner Abendzeitung \r\n\r\n\"So ein Oeko Sarg aus Pappe ist eine schoene Sache. Er ist leicht zu transportieren, man kann ihn - rechtzeitig- selbst zusammenbauen er zerfaellt innerhalb von drei Wochen, die Graeber lassen sich schneller bepflanzen, die Grabsteine bald nach Grablegung aufstellen. Vielleicht mutet diese Loesung , die Angst vor dem Sterben zu vertreiben, etwas skuril an. Aber damit ist es ein notwendiger Splitter im Kaleidoskop das die Gruppe n.c.p. in den Kammerspielen Muenchen entwirft. Angst heisst das Gastspiel, dass sich zunaechst wie eine gruselige Schlummerstunde anfuehlt. Man liegt auf Betten und hoert ein horspielmaessig aufbereitetes Andersen Maerchen. Doch wie der Schauer langsam in die Koepfe kriecht so wird auch die Auffuehrung bedrohlicher Ein alter Mann liegt im Krankenbett und berichtet mit bei Gottfried Benn geborgter Schonungslosigkeit vom Zerfall des eigenen Koerpers Doch dem wohnt auch ein Trost inne, wie dem Drumherum ausgebreiteten Raritaetenkabinett der aberwitzigsten Aengste. Fazit: Das Leben hat keinen Rueckspulknopf. Also braucht man auch nicht zu jammern.\r\n\r\nSueddeutsche Zeitung \r\n
Die Zuschauer in Krankenbetten lauschen den lakonischen Selbstgesprächen eines moribunden Alten und sehen die filmischen Angstneurosen der Nachgeborenen die ihn umgeben.
"Angst" konterkariert das voyeuristische Interesse am Tod und bricht langsam, Schritt für Schritt, einen Blick auf das Sterben, der von einer medialen Sensationsgier geprägt ist. Ausgebreitet wird parallel dazu ein ABC menschlicher Meidungsstrategien, ein Panorama kollektiver Ängste zwischen privatem Sicherheitszaun, Überwachungswahn und globaler Terrorparanoia.